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WordPress, Custom Code oder Page Builder? Eine praxisnahe Perspektive

Autor: Milos Zekovic

Jedes Mal, wenn jemand eine Website braucht, lautet die erste Frage: „Wie soll ich sie bauen?“ Und genau dort beginnt die Verwirrung. WordPress, individuelle Entwicklung in Next.js (React), Nuxt.js (Vue), Webflow, Page Builder… Jeder hat eine Meinung, jeder behauptet, sein Ansatz sei der beste. Doch die Wahrheit? Es gibt keine richtige Antwort. Es gibt nur die Antwort, die am besten zu Ihrem Projekt, Budget und Ihren Zielen passt.

WordPress, Custom Code oder Page Builder? Eine praxisnahe Perspektive

Das Problem ist nicht die Technologie, sondern ob Sie wissen, was Sie brauchen

Die meisten Menschen wählen eine Technologie basierend darauf, was sie gehört haben oder was jemand empfohlen hat. Selten stellt jemand die richtigen Fragen, bevor er eine Entscheidung trifft:

  • Was muss meine Website überhaupt können?
  • Wie oft werde ich Inhalte ändern?
  • Wer wird sie warten – ich oder jemand anderes?
  • Brauche ich Flexibilität oder schnelle Entwicklung?
  • Welche Geschichte möchte ich mit meiner Website erzählen?

Ohne Antworten auf diese Fragen kann jede Technologie die falsche Wahl sein.

WordPress: das Beste – bis es das Schlechteste ist

WordPress betreibt fast 40 % des Internets, ist sehr beliebt und jeder hat schon davon gehört. Das ist kein Zufall — es ist einfach zu benutzen, hat Tausende Plugins und Themes, und für grundlegende Dinge braucht man nicht einmal einen Entwickler (fast).

Wann es eine gute Wahl ist:

  • Wenn Sie einen Blog oder eine inhaltsreiche Website häufig aktualisieren wollen
  • Wenn Sie selbst Seiten, Texte oder Bilder hinzufügen möchten
  • Wenn Sie nicht für jede Kleinigkeit von einem Entwickler abhängig sein wollen
  • Wenn das Budget begrenzt ist, Sie aber trotzdem etwas Funktionales brauchen

Wann es zum Problem wird:

  • Zu viele Plugins verlangsamen die Website und verursachen Konflikte
  • Veraltete Themes oder Plugins werden zu Sicherheitsrisiken
  • Sie wollen etwas komplett Individuelles, aber WordPress drängt Sie in ein bestimmtes Raster – die Website sieht aus wie viele andere
  • Updates können die Seite „zerstören“, wenn nicht alles sauber eingerichtet ist

WordPress ist nicht schlecht. Aber schlecht eingesetztes WordPress ist es definitiv. Ich sehe ständig Websites mit 30+ Plugins, extrem langsam und generisch, weil niemand Zeit in Design und Optimierung investiert hat.

Custom Code: volle Kontrolle – aber zu einem Preis

Eine Website von Grund auf zu entwickeln bedeutet absolute Kontrolle. Kein unnötiger Code, volle Performance, komplett individuelles Design. Klingt perfekt, oder?

Wann es die richtige Wahl ist:

  • Wenn Sie Funktionalitäten brauchen, die Standardlösungen nicht bieten
  • Wenn Performance und Geschwindigkeit kritisch sind (z. B. E-Commerce mit hohem Traffic)
  • Wenn die Website skalierbar sein muss
  • Wenn Sie Budget und Zeit für hochwertige Entwicklung haben

Wann es nicht sinnvoll ist:

  • Wenn Sie schnell etwas benötigen und das Budget begrenzt ist
  • Wenn Sie später keine technischen Kenntnisse für Änderungen haben
  • Wenn nach der Entwicklung niemand den Code wartet
  • Wenn Time-to-Market wichtiger ist als Perfektion

Custom Development ist eine Investition – in Geld, Zeit und langfristige Wartung. Für ein MVP oder einen schnellen Launch ist es oft nicht die ideale Lösung. Für Plattformen oder anspruchsvolle E-Commerce-Projekte dagegen oft unverzichtbar.

Page Builder: schnell, aber mit Grenzen

Elementor, Divi, Webflow, Framer… Page Builder haben die Website-Erstellung revolutioniert. Drag-and-Drop, visuelle Bearbeitung, kein Code. Aber perfekt sind sie nicht.

Wann sie sinnvoll sind:

  • Wenn Sie schnell eine Landingpage brauchen
  • Wenn Sie das Design selbst ändern wollen
  • Wenn Sie an kleineren Projekten oder Portfolios arbeiten
  • Wenn das Budget begrenzt ist, die Seite aber gut aussehen soll
  • Wenn Sie viele Animationen oder visuelle Elemente möchten

Wann sie zum Problem werden:

  • Sie erzeugen viel unnötigen Code → die Website wird langsam
  • Wechsel zu einem anderen System ist schwierig
  • Komplexere Funktionen erfordern doch Custom Code
  • Einige Page Builder sind langfristig teurer, als man denkt

Ich sehe ständig Elementor-Websites mit 50+ Sektionen, tonnenweise Animationen und Inline-Styles. Das Ergebnis? 8 Sekunden Ladezeit, schlechte UX und Google hasst sie. Der Page Builder ist nicht das Problem — falsche Nutzung ist es.

Was nutze ich eigentlich (und warum)?

Je nach Projekt nutze ich alles. Das ist keine Inkonsequenz — das ist Pragmatismus.

  • Für Blogs oder einfache Seiten mit CMS: WordPress mit Custom Theme
  • Für schnelle Landingpages oder Tests: Page Builder oder Webflow
  • Für komplexe Apps oder E-Commerce: Custom Development, SSR, maximale Performance

Der Schlüssel ist nicht das Werkzeug — sondern das Verständnis der Anforderungen.

Fazit

Es gibt keine „beste“ Technologie für Websites. Es gibt nur die, die zu Ihrem Projekt, Ihrem Budget und Ihren Zielen passt.

Schlechtes WordPress ist schlimmer als ein guter Page Builder. Schlecht eingesetzter Custom Code kostet mehr, als er bringt. Und ein Page Builder ohne Strategie produziert schöne Websites, die nichts bewirken.

Bevor Sie entscheiden, wie Sie Ihre Website bauen, entscheiden Sie zuerst, was diese Website eigentlich für Sie tun soll. Erst dann wählen Sie das Werkzeug.

Wenn Sie nicht wissen, was zu Ihrem Projekt passt, oder Sie darüber sprechen möchten, kontaktieren Sie mich. Es gibt keine universellen Antworten – aber es gibt die richtige Lösung für Sie.

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